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Visuelle Gestaltung / Ausstellung GEBURT_to animate

Spirale-ganzIm Zusammenhang mit dem Thema Geburt lässt die Spirale eher an Verhütungsmittel denken, doch für die Ausstellung steht die Spirale als Symbol im Vordergrund und dient als visuelles Gestaltungselement. Sowohl für die Animation „WORLD's FIRST", sowie in der sich daraus entwickelten grafischen Gestaltung für die Präsentation der künstlerischen Beiträge in der Ausstellung, bildete die rechtsdrehende Spirale die visuelle und inhaltliche Grundlage. Diese steht in unterschiedlichen Kulturen und Religionen u.a. als Symbol für die Schöpfung.
(Grafik: Kerstin Rajnar)

Künstlerische Beiträge für die virtuelle Ausstellung GEBURT_to animate

Die inhaltlich gereihten Arbeiten thematisieren natürliche und künstliche Prozesse der Entstehung von Leben innerhalb einer kulturellen Dynamik. Sehnsüchte über die Gestaltung von „Entstehung" werden dargestellt und reichen von der metaphorischen Umsetzung in künstlerischen Prozessen bis zur „Selbstgestaltung" von Leben.

BODY IMAGE – DESIRE – FERTILITY - LIVESTYLE – BIRTH – BODY MOVEMENTS – GENDER CONSTRUCTS – MYTH – ORACEL – GODDESS – FLUID GENDER / SEX – CULTURAL OTHER

  BODY IMAGE
Vorsch-Alexandrova Zara Alexandrova (DE) thematisiert in ihrem Objekt „Mirror, Mirror..." die Suche nach Perfektion inmitten einer wachsenden Besessenheit vom Körperbild. Es scheint, dass Frauen sich nun über einen neuen anatomischen Teil Sorgen machen können - ihre Vaginas. Unsere Wahrnehmung davon, was heutzutage normal ist, ist eindeutig getrübt von den ausufernden pornographischen Bildern, die Frauen mit kleineren - und oft stark retuschierten - Geschlechtsteilen zeigen. Operative Schamlippenkorrekturen sind die Folge.
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  DESIRE
Vorsch-Kraehenmann Bernhard Krähenmann (CH) visualisiert in seiner Gouache „Ich wache über Dich" auf höchst persönlicher und emotionaler Ebene seinen innigen Wunsch nach einer Familie und formuliert seine Sehnsucht nach naturgebundenen Geschlechterrollen: [...] Der Torso der Mutter stellt meine Hoffnung auf eine Familie mit Susanne dar. Sie würde ALLES für ihr Kind tun. [...] Der Falke bin ich. Ich wache mit Argusaugen über Mutter und Kind. Ich möchte für sie da sein, sie beschützen und beide von allem Übel fernhalten. [...]
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  FERTILITY - LIVESTYLE
Vorsch-Beaudoin Rachelle Beaudoin (US) „gebärt" in ihrer Performance „Untitled" ein Jade-Ei / Yoni-Ei. Dieses wurde bekannt, nachdem es auf Goop's Lifestyle-Blog als heilendes und muskelaufbauendes Produkt übermäßig beworben wurde. „Untitled" ist die persönliche Reflexion und kulturelle Kritik an der Art, wie Sexualität und Gesundheit an Frauen in den USA vermarktet und verkauft werden. Für die Künstlerin sind das Ei und dessen Form Futter für ihre Arbeit, da sie es nicht als Objekt im ursprünglichen Sinn verwendet, sondern als Metapher für Fruchtbarkeit und Geburt.
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  BIRTH
Vorsch-Moserwagner Gertrude Moser-Wagner (AT) verweist in ihrem Video „Vierteldrehung Wienergasse" auf die Geburt als künstlerischen und sozialen Prozess - als kulturellen Prozess. Lebendigkeitsaufrufe sind im Umlauf. „Enlivenment" (*) wird auf- und abgebetet, und zurecht. Das viel zitierte Anthropozän sucht Auswege aus dem Unweigerlichen dieses Begriffs. Das Leben zu feiern impliziert aber, sich selbst als lebendig zu spüren. Schwanger gehen - so sagen wir, mit Ideen, wenn wir Projekte machen. Eine hochschwangere Frau ist, als Bild, ein künstlerischer Glücksfall.
*Enlivenment. Eine Kultur des Lebens: Versuch einer Poetik für das Anthropozän | Andreas Weber, Matthes & Seitz, Berlin, 2016
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  BODY MOVEMENTS
Vorsch-Kobusiewicz Ada Kobusiewicz (AT/PL) zeigt in ihrer begehbaren Installation „Tara" ein Neugeborenes aus unterschiedlichen Perspektiven; nicht als süße menschliche Miniatur, sondern als wachsende Persönlichkeit. Tara entwickelt sich in der Welt eines Neugeborenen; die Betonung liegt dabei auf ihren Körperbewegungen, die durch unterschiedliche Emotionen absolut real und transparent ausgelöst werden. Tara's Geist und Körper interagieren. Die Aufmerksamkeit der Besucher*nnen wird auf die Bewegungen gelenkt, um den menschlichen Körper und sein natürliches Verhalten neu zu bewerten.
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  GENDER CONSTRUCTS
Vorsch-Ascencao Teresa Ascencao (CA) hinterfragt in ihrem ironischen Video "Man and Woman" die Verschmelzung und Trennung eines Mannes und einer Frau, im Stil von Busby Berkeley. Es spielt metaphorisch mit vermeintlichen binären biologischen und sozialen Geschlechterkonstrukten, binären Zuordnungen im Rahmen von Zellteilungen bei der Entwicklung des Geschlechts einer Person und den damit verbundenen gesellschaftlichen Auferlegungen. Man and Woman ist eine Erforschung von heteronormativer Liebe, so stark, dass sie maßgebend zerstört wird.
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  MYTH
Vorsch-Beelen Yvonne Beelen (NL) wurde für ihre Installation "アマテラスの赤ちゃん" von einem alten Japanischen Mythos über die höchste Göttin Amaterasu, in dem die Vagina zur Heldin der Geschichte wird, inspiriert. Die Künstlerin träumte davon, in einer Nation, wo die Vagina in erster Linie unerwähnt bleibt, eine neue Einsicht zu gebären, um Erleichterung und Erleuchtung zu schaffen. Sie lud Japaner*innen ein, Platz zu nehmen: Auf einem "Futon" in Form dieses "zutiefst weiblichen Körperteils", gebaut aus Materialien, die sich meist sehr angenehm anfühlen.
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  ORACEL
Vorsch-Kordon Renate Kordon (AT) versucht in ihrem Zeichentrickfilm „Delphoi" die Lebendigkeit und Weisheit der Gebärmutter in heutigem Bezug sichtbar zu machen. Inspiriert wurde sie durch die 32.000 - 36.000 Jahre alte Steinfigur, die 'tanzende Fanny vom Galgenberg´ und mögliche ursprüngliche Bedeutungen ältester weiblicher figuraler Darstellung. Tanzende Eizellen und tanzende Gebärmütter wechseln mit Texten über das Orakel von Delphi, der Einstellung eines Frauenarztes und der Fähigkeit der Gebärmutter im Alter zu „sehen". Die Gebärmutter wird zur Akteurin, Akrobatin und Tänzerin.
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  GODDESS
Vorsch-Schmid Barbara Schmid und Ulla Sladek (AT) reflektieren in ihrer Videoarbeit „Geburt der Venus" haptisch mediales Schaffen. Die Venus wird aus einer keramischen Camera Obscura geboren. Das ist keine saubere oder schmerzfreie Angelegenheit: Mit den Händen wird die Camera aufgebrochen und zerstört. Die Arbeit bewegt sich zurück zu den Anfängen der Fotografie, als diese als „lichtgeborene Göttin" (Erwin Fiala) bezeichnet wurde, und zu den Anfängen des Lebens, in dem der Tastsinn der zentrale Sinn zur Erkundung und Wahrnehmung unserer Umwelt und uns selber ist. Das fotografische Ergebnis ist ein Unikat.
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  FLUID GENDER/SEX
Vorsch-Rossa Boryana Rossa (US) performt in „The Last Valve" ein Manifest der Zukunft ohne Geschlechterdifferenzierung. Rossa näht ihre Vulva mit einem Faden zu; und spielt dabei auf den in Bulgarien bekannten sexistischen Ausdruck "zugenähte Fotze" an. Rossa ließ sich von intersexuellem Verhalten von Menschen und Tieren, sowie der Entstehung künstlicher, robotergesteuerter und biologischer Cyborgs inspirieren. Diese Modelle beabsichtigen einen Ausstieg aus dem heteronormativen Binarismus und besitzen das Potential, fließendere Definitionen von Geschlechterbestimmung zu schaffen.
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  CULTURAL OTHERS
Vorsch-Smrekar Maja Smekar (SI) verwendet in ihrer Projektreihe „K-9_topology" die Koevolution zwischen einem Menschen und einem Hund als Matrix, um die empathische Distanz zum Anderen zu begründen. In ihrem letzten Projekt, „ARTE_mis", fragt sich die Künstlerin: Wer verwaltet unsere reproduktive Freiheit, wer stellt die Regeln der Ethik auf, was definiert den Menschen als überlegene Spezies und was macht uns in einer post-menschlichen Zukunft (noch) menschlich? Smrekar's Schlussfolgerung ist, über menschliche Grenzen hinauszudenken und das Humane mit dem Animalischen zu verbinden - eine Kultur des Anderen zu „gebären".
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worldsfirst-loop Kerstin Rajnar (AT) animiert in "WORLD's FIRST" das Ende eines Entwicklungsprozesses, führt Geschaffenes zu den eigentlichen Ursprüngen zurück und zeigt den Entstehungsprozess von ureigener Lebendigkeit.

"Auch die Kunst hat ihre Moral, und viele Gesetze dieser Moral sind dieselben wie die Gesetze gewöhnlicher Ethik oder ihnen zumindest analog." (Aldous Huxley, Schöne neue Welt, Vorwort, 1946)
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